Tja, wie es so geht: nach einiger Zeit der Canon-Vollabstinenz steht seit neuestem wieder Canon-Technologie in meinem Atelier. Man trifft sich eben immer mehrfach im Leben! So ist es auch mir jetzt ergangen, als mein hochgeschätzter Epson 3880 A2-Printer nach etlichen Jahren treuer Dienste seinen Geist mit einem defekten Druckkopf aufgab. Da mir eine Reparatur eher nicht lohnend erschien und ich auf keinen Fall ohne die Möglichkeit für hochwertige Prints leben möchte, stand eine Neuanschaffung im Raum. Bei der Wahl zwischen Canon und Epson (HP ist offensichtlich aus dem Segment raus) habe ich mich für Canon entschieden: Der Prograf Pro1000 scheint all das besser machen zu wollen, was beim Epson immer ein bißchen gehakt hat oder was nervig oder unnötig kostentreibend war. Jetzt besitze ich das Gerät seit einigen Wochen und bin schlichtweg begeistert – über die excellente Druckqualität, über das zuverlässige Arbeiten und über den Umstand, dass ich beim Wechsel von mattem auf glänzendes Papier keine Schwarztintenspülung mehr in Kauf nehmen muss. Nun hoffe ich, dass der Canon mindestens genauso lange laufen wird wie mein alter Epson – ich freue mich auf die Zeit. Sogar einen roten Ring  – äh Streifen! – hat der Drucker, es ist sozusagen ein L-Printer! 🙂

„The truth is in the print“

Neues Gerät setzt ja auch immer zusätzliche Motivation frei. Der neue Drucker hat meine ohnehin schon immer ausgeprägte Neigung für den Druck jedenfalls zusätzlich beflügelt, ich habe mich ein wenig tiefer mit FineArt Printing befasst, mir für bestimmte Papiere (von Epson! :-)) ein individuelles Profil anfertigen lassen und anderes mehr. Ein großes Ziel habe ich mir auch gesetzt, und zwar, alle meine professionellen und freien Projekte, an denen ich kontinuierlich arbeite, auch ins gedruckte Bild zu bringen. Die meisten dieser Projekte sind als Fotobücher ausgelegt, und so habe ich jetzt angefangen, für jedes einzelne ein Indesign-Standard-Layout zu erstellen, in denen ich die editierten Fotos nach und nach unterbringe. Und dann im zweien Schritt auch drucken und provisorisch „binden“ will. Aber so, dass daran natürlich kontinuierlich weiter gearbeitet werden kann, die Reihenfolge geändert werden kann usw. Work in progress eben. Mein Wunsch: noch viel mehr umgeben zu sein und zu leben mit gedruckten Bildern, mit Fotos, die eine physische Präsenz haben und nicht nur als abstrakter Datensatz auf einer Festplatte existieren und nur via Monitor sichtbar gemacht werden können.

Die ersten Konzept-„Bücher“ nehmen langsam Gestalt an

Der Selektionsprozess ist dabei spannend: zunächst muss sich ein Foto aus dem stetigen Fluss neu fotografierter Bilder überhaupt erst einmal „empfehlen“, dann wird es bearbeitet, exportiert und einem Projekt zugeordnet. Die nächste Stufe erklimmt das Editing, wenn das Foto es in die dazugehörige Indesign-Datei „schafft“, z.B. als Bestandteil einer Doppelseite. Und dann kommt eine weitere Selektion zum Tragen: nicht alle Seiten drucke ich auch aus. Manche scheinen es mir dann doch irgendwie nicht wert zu sein….. „The truth is (eben wirklich) in the print“, wie mein viel zu früh gestorbener Freund und Fotograf Martin Offermanns (mit dem ich viele spannende Mailwechsel hatte und den ich sehr vermisse) zu zitieren nicht müde wurde.

Zum Druckerthema passt auch ein persönliches Tagebuch, dass ich seit jetzt fast zwei Jahren führe und in dem praktisch nur Fotografien Platz finden (ggf. ergänzt um ein Datum und eine kurze Beschreibung). Auch das macht mir große Freude, mein Leben nicht nur mit der Kamera zu dokumentieren und zu reflektieren, sondern dafür auch eine Ausdrucksform im Gedruckten zu haben und zu pflegen.

Tagebuch in Bilder: Am Ende eines Jahres macht es richtig Spaß, zurückzublättern und sich zu erinnern

Manchmal denke ich, das einzige, was von uns Digitalfotografen bleiben wird, ist das Gedruckte….

Wie siehts bei Dir aus? Fotoagrafierst Du nur oder druckst Du auch schon? 🙂
Freue mich auf Feedback und Eure Geschichten dazu.