Immer wieder fragen mich meine Leser, welche Technik ich benutze, was für Gerätschaften ich zum Einsatzort transportiere und wie ich das alles organisiere. Gerne will ich mit diesem Beitrag darauf antworte. Dies ist Teil 2 von insgesamt 3 Beiträgen. Gedruckt und auf Papier ist das ganze übrigens auch verfügbar, nämlich in dem gerade erschinenen Buch „Fujifilm X-Photographers“. Doch jetzt stürzen wir uns auf die Technik, heute geht es um Licht:

Licht

Kameras und Objektive sind nur ein Teil der Miete. Zu einer gelungenen Fotoprojektion gehört viel mehr – in unserem Fall vor allem eine attraktive Lichtsetzung. Wir unterscheiden im internen Sprachgebrauch zwischem „Dauerlicht«, »kleinem« und »großem« (Blitz-)Licht. In jüngster Zeit ist aber noch etwas hinzugekommen, das man »mittleres Licht« nennen müsste. Dazu gleich noch mehr.

Das »kleine« Licht sind die handlichen Handblitze, die wir von Yongnuo beziehen und die als schnelles, flexibles und erstaunlich starkes On-location-Licht vor allem im Nahbereich (Licht für die Protagonisten, Licht für Maschinenteile oder Hintergrund) optimal geeignet sind. Mittels kleiner Softobxen und Farbfolien kann zudem die Lichtcharakteristik flexibel beeinflusst werden. Im Zweifel reicht dieses Licht auch für ein Portraitshooting, das gerne mal »zwischendurch« gewünscht wird, weil gerade der Geschäftsführer im Haus ist…. Zum »kleinen Blitzlicht« gehören natürlich auch Funkauslöser und Fernsteuerung, ebenfalls von Yongnuo.

Dauerlicht

Das kleine LED-Licht wiederum besteht im Wesentlichen aus einer Taschenlampe von Zweibrüder (LED Lenser P7R) und einigen handlichen LED Flächenleuchten. Diese Tools eignen sich super für Effektlichter oder für subtile Ausleuchtungen (zum Beispiel etwas »Glitzer« auf technischen Details oder die Simulation eines »Monitorlichts«, wenn Protagonisten am Computer oder Pad fotografiert werden.

Das war es im Wesentlichen. Wenn man gedanklich nochmal durch die Equipmentliste geht, kann man sehen,wie sich rund um die Fujifilm-Kameras und Objektive ein kleines Universum fein aufeinander abgestimmter Tools versammelt. Damit – und wie gesagt: zusammen mit zwei bis drei Stativen – kann man schon sehr viel erreichen, vom schnellen Geschäftsführer-Portrait bis hin zu sexy ausgeleuchteten Arbeitsszenen in der Produktion. Natürlich genügt das nicht für alle Situationen, man kann mit Handblitzen keine komplette Halle ausleuchten oder in ein mystisches Gegenlicht tauchen. Dafür sind dann noch weitere Equipment-Koffer zuständig.

 

Mittleres Licht

Fujifilm und Blitzen war lange ein etwas schwieriges Thema. Natürlich war es immer möglich, herkömmliche Blitzanlagen mit manuellen Einstellungen mit den Kameras zu verbinden. Wenn es aber um Spezialitäten wie HSS (Synchronzeiten kürzer als die üblichen 1/200 oder 1/250) oder entfesseltes, funkgesteuertes TTL ging, war das Angebot für Fujifilm lange rudimentär oder schlicht nicht vorhanden. Zugegeben: schnelle Blitzsynchronzeiten wie z.B. 1/2000s brauchen wir nur selten, aber es kommt doch gelegentlich vor. Und wenn man bei hellem Sonnenschein oder unter einem weißlichen Himmel offenblendig outdoor Blitzen will, dann sind kurze Synchronzeiten ein Muss. Und es ist super, wenn man solche Situationen auch mit Fujifilm meistern kann.

Die chinesische Firma Godox hat als einer der ersten ihre Blitzgeräte auch für Fujifilm kompatibel gemacht und sowohl TTL als auch HSS integriert. Godox bietet neben Handblitzen und „großen“ Akku-Systemen mit 600 Wattsekunden auch sehr innovative Zwischenlösungen an: der Godox AD200 ist kaum größer als ein Handblitz, bietet aber eine ungleich höhere Leistung und verfügt über Wechselköpfe (Fresnel-Vorsatz oder alternativ eine Blitzröhre, die nach allen Seiten abstrahlt und sich besonders für Softboxen eignet). Mit anderen Worten: Hier gibt es eine smarte und gleichzeitig leistungsstarke Ergänzung zum bisherigen Lichtsystem, das alle Optionen moderner Blitztechnik mit sich bringt und auch Fujifilm-Anwendern zur Verfügung steht. Die Geräte sind bei uns seit kurzem im Einsatz und bewähren sich sehr gut. Sehr gut möglich, dass das eine dauerhafte Beziehung wird!

Großes Licht

Um das Lichtthema zu vervollständigen: Es gibt noch einen weiteren Koffer mit 2 Akku-betriebenen »großen« Blitzen, die jeweils 600 Ws leisten, zahlreiche Stative und Aufheller und einiges Zubehör aus dem Sicherheitsbereich (Sicherheitsschuhe, Helme, Kletterhandschuhe, Klettergurt u.a.m.).

Und wo wir so schön im Equipment-Schwelgen sind: es fehlt noch ein weiterer Koffer: die Energieladestation. Dieses Teil habe ich für Produktionen entwickelt, bei denen wir mehrere Tage unterwegs sind. Da stellt sich schon am ersten Abend die Frage, wie und wo man die ganzen Akkus wieder aufladen kann. Bei all den unterschiedlichen Geräten werden in Hotelzimmern ganz schnell die Steckdosen knapp. Auf diesen Erfahrungen basiert die Entwicklung meiner »E-Station«: ein kleiner Lowepro Kamerakoffer beinhaltet eine schaltbare Mehrfachsteckdosenleiste und alle benötigten Ladegeräte. So wird das Neuladen der Akkus am Abend nach der Produktion zum effizienten Kinderspiel: Koffer an eine (!) Steckdose anschließen, Akkus aus den Geräten entnehmen und in die passenden Ladegeräte einstecken. Anschließend: Essen gehen! Kurz vor dem Schlafengehen dann eventuell einige Ladegeräte neu bestücken – und am nächsten Morgen sind alle Systeme mit frischer Energie bereit für einen neuen Tag!