Um „Kamerabücher“ mache ich normalerweise einen großen Bogen. Was da immer relativ schnell nach Erscheinen eines neuen Kameramodells im Buchladen ausliegt, lohnt normalerweise nicht die Lektüre. Es sind etwas bessere, weil ausformulierte und vielleicht schöner gesetzte Bedienungsanleitungen. Schnelles Geld auf der Welle einer Hardware-Vorstellung. Doch gibt es Ausnahmen.

Die Buchreihe „1xx Profitipps“ von Rico Pfirstinger gehört dazu. Der Autor schreibt seit mehreren Jahren Bücher zu einzelnen Kameramodellen von Fujifilm. Was anders ist: Die „Profitipps“ setzen das Lesen und Verstehen der Bedienungsanleitung explizit voraus und verstehen sich als Ergänzung und Weiterführung. Sie wollen dem Leser einen wirklichen Mehrwert geben und den Fotografierenden einen deutlichen Schritt weiterbringen.

Ich gebe zu: Bedienungsanleitungen lese ich nur sporadisch und ungern. Die Hersteller liefern in diesem Aspekt eigentlich nie eine wirklich gute Arbeit ab, sondern kommen ihrer Verpflichtung meist nur gerade so nach. Die Bedienungsanleitung taugen, um nachzuschlagen, wie oder ob etwas geht, aber sie sind didaktisch und vom Lesegenuss eher schwach.

Und ich gebe weiterhin zu: Ich benutze meine Kameras ziemlich archaisch. Ich arbeite meist manuell, benutze Zeit, Blende, ISO, kenne ein paar Annehmlichkeiten der Kamera und ein paar Sachen, die mir in den Menüs positiv aufgefallen sind. Aber ob einem die Gesichtserkennung der Kamera auch im Videomodus zur Verfügung steht oder was die „Zonenbereichsumschaltung“ in den AF-Einstellungsparametern bedeutet, das weiß ich nicht.

Vor einigen Tagen habe ich eines meiner Lieblings-Autobiographien neu gelesen: Rudolf Braunburg – „Ein Leben auf Flügeln“. In diesem wunderbaren Buch beschreibt der deutsche Flugkapitän Braunburg u.a. auch das Training eines Flugzeugherstellers bei der Umschulung auf eine neue Düsenmaschine. In einer Situation wird geschildert, wie der Ausbilder soviel Fahrt aus einem Flugzeug herausnimmt, dass die Maschine weit unter ihren Spezifikationen läuft und ganz kurz davor ist, unwiderruflich vom Himmel zu fallen. Er sagt: „Erst wenn Du die Grenzen Deines Flugzeugs wirklich erfahren hast, kannst Du mit der Maschine verwachsen und sie wirklich beherrschen“.

Das hat in mir einen neuen Ehrgeiz geweckt – nämlich meine Fujifilm-Kameras technisch noch besser kennenzulernen und weiter auszureizen, über die vielen Möglichkeiten in den Tiefen der Menüs besser Bescheid zu wissen und zumindest einmal intensiv darüber nachzudenken, ob mir diese oder jene Funktion und Einstellmöglichkeit in meiner Fotografie weiterhelfen und sie optimieren kann.

So ist es gekommen, dass Rico Pfirstingers Buch derzeit kontinuierlich auf dem Sofa oder auf dem Nachttisch liegt und ich an den immer noch langen und immer noch dunklen immer noch winterlichen Abenden mir Kapitel für Kapitel vornehme, gelegentlich etwas an der Kamera ausprobiere und mich so peu à peu durch die gut geschriebenen und aus der Sicht eines Fotografierenden formulierten 120 Tipps hindurchschmökere. Ein Gewinn.

 

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-> Weitere Titel von Rico Pfirstinger

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Glasklar gesagt: Ich setze solche Links ausschließlich auf Dinge, die ich selbst kenne, gelesen habe und/oder in der Praxis erfolgreich einsetze – und die ich daher von ganzem Herzen empfehlen kann. Also: viel Freude damit! 🙂