X-Pro2-Projekt (14): Kleine Modifikationen

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Die praktische Erprobung der Fujifilm X-Pro2 schreitet voran. Nachdem ich eine erste Produktion in einer Reparaturwerkstatt für industrielle Großmotoren absolviert hatte, gab es weitere Einsätze: zuerst auf einer Brücken-Baustelle der Strabag, anschließend ein Tag in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen, wo wir für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag die Berufsbilder Porzellanmalerinnen und Industriekeramiker fotografiert haben. Also durchaus unterschiedliche Einsatzgebiete: große Industriehalle, Outdoor-Herausforderungen im Regen und Matsch, dann lichte Ateliers und staubige Keramikerwerkstätten.

Die Kamera hat sich bisher in allen Belangen gut geschlagen; nur der Fotograf ist ab und zu an seine Grenzen gestoßen und hat feststellen müssen, dass er die Kamera noch nicht völlig beherrscht. Wenn mitten in der Produktion alle Bilder auf einmal völlig grünstichig wirken und der Weißabgleich nicht eingestellt werden kann: OK, man kommt dann erst in einer Ruhepause auf die Lösung und schaltet von „Erweiterten Filtern“ wieder auf „Einzelbild“. Und ähnliches mehr. Einmal habe ich sogar geschafft, nur JPG zu belichten und musste hitzewallend auf die RAWs verzichten – zum Glück ohne schlimmen Folgen, die Bilder waren alle gut belichtet…. 🙂

Gewohnheit, Training, in Fleisch und Blut übergegangene Routinen: das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. 10 Jahre Produktionspraxis mit den verschiedenen Modellen einer Spiegelreflex-Marke graben sich tief ein. Die wenigen Wochen bisher mit der X-Pro2 waren sehr erfreulich – aber die völlig selbstverständliche Griffsicherheit, traumwandlerische Beherrschung und blinde Vertrautheit habe ich einfach noch nicht erworben: meine Finger lernen noch. Ich bleibe dran, in der kommenden Wochen sind wir jeden Tag in einem anderen Sujet unterwegs, produzieren Berufsbilder, Werbefotografie und Corporate – gute Gelegenheiten, weiter zu lernen!

Wie auch immer: meine bisherigen Erfahrungen sorgten dennoch für ein paar Modifikationen, die ich an der Kamera vorgenommen habe. Das Mittel der Wahl: Tesa-Band. Ich schätze dieses universelle Zeug sehr, klebt wie die Hölle, lässt sich leicht mit der Hand abreißen und auch wieder rückstandsfrei entfernen. Für die nachfolgenden Modifikationen habe ich mir extra eine schwarze Rolle besorgt, um die Ästhetik der X-Pro2 nicht allzusehr zu beleidigen:

In Wirklichkeit fallen die Klebestellen bei weitem nicht so auf wie in dieser Nahaufnahme.... die Schönheit bleibt!

In Wirklichkeit fallen die Klebestellen bei weitem nicht so auf wie in dieser Nahaufnahme…. die Schönheit bleibt!

Modifikation No.1:
Das Einstellrädchen für den Dioptrienausgleich am Sucher ist zwar angemessen schwergängig, verstellt sich aber dennoch manchmal, zum Beispiel im Getümmel eines Events, wenn man die Kamera auf die Schulter nimmt und sich irgendwo durchdrängelt. Gerade in solchen Situationen ist das Wiederherstellen der gewünschten Einstellung etwas tricky und hindert einen nur an seiner eigentlichen Arbeit. Das Tesa-Band fixiert zuverlässig!

Modifikation No.2:
Den kleinen Dichtungsnippel für den Blitz-X-Kontakt habe ich nur einmal entfernt, um etwas auszuprobieren. Mir war klar, dass das kleine Kunststoffteil sehr leicht verloren geht, also habe ich es ganz sorgfältig im Münzenfach meines Portemonnaies verstaut. Als ich wieder nachgeschaut habe, war es natürlich nicht mehr da. OK, ist nicht so schlimm. Aber den offenen elektrischen Kontakt wollte ich auch nicht so lassen, zumal oben beschriebenes Outdoor-Abenteuer anstand. Also: Tesa-Band schließt wasserdicht!

Modifikation No.3:
Eine klare Fehlbedienung ist mir mit dem 10-24mm unterlaufen: Mitten im Fotografieren konnte ich auf einmal nicht mehr die Blende verstellen. Man wird dann schnell nervös, hat keine Zeit, in Ruhe nachzudenken und will einfach weiter machen. In der fraglichen Situation habe ich einfach das Zoom gewechselt – ich war ohnehin bei äquivalent 24 mm unterwegs, also ging es auch mit dem 16-55. Erst in einer Fotografierpause habe ich dann festgestellt, dass ich das 10-24 versehentlich auf Blendenautomatik geschaltet habe. Die brauche ich in meiner Praxis eigentlich nie. Erneut also: Tesa-Band drüber!

 

 

4 Kommentare
  1. Planz Uli
    Planz Uli says:

    Aussehen tut´s zwar nicht so dolle, aber wir Berufsknipser sind da ja schmerzfrei. Das Dioptrienrädchen verstelle ich auch immer wieder versehentlich, das passiert mir aber bei meinen anderen Fujis und der Leica Q auch dauernd. Und jo, der versehentliche Klick auf „Drive“ und die erweiterten Filter ist sehr lustig. Bei mir war auf einmal der „Pop-Filter“ aktiviert, und ich bin minutenlang nicht auf die Lösung gekommen. Die Minischalter für OIS und Blendenautomatik speziell am 10-24 sind zu leichtgängig, das empfinde ich auch so. Man braucht schon ne Weile, um sich an die Fujis zu gewöhnen, zumal jedes Modell (ich besitze Pro2, T1, T10 und X100T) unterschiedliche Bedienkonzepte hat. Nach einem Jahr Nikon-Abstinenz habe ich mich aber inzwischen weitgehend an die Dinger gewöhnt…

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  2. Christian Ahrens
    Christian Ahrens says:

    Hallo Uli, vielen Dank für Deinen Kommentar. Es scheint mir also nicht alleine so zu gehen… 🙂 Inzwischen hoffe ich, dass ich alle Fettnäpfchen mal ausprobiert und die Lösung gefunden habe – das hilft dann in der entsprechenden Situation ungemein! Viele Grüße, Christian

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