Die Publikations- und Verlagswelt hat sich grundlegend gewandelt. Die meisten Fotobücher werden heute nicht mehr von Verlagen mit allen unternehmerischen Risiken auf den Markt gebracht – sondern vorab von den Fotografen und Autoren bezahlt. Dabei rufen die Verlage zum Teil erstaunliche Summen auf, und offensichtlich funktioniert dieses Modell richtig gut. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch andere Möglichkeiten gibt. Vor einigen Monaten fand zu diesem Thema eine Veranstaltung bei Freelens Rheinland statt. Gastredner war Lutz Fischmann, Geschäftsführer des Fotografenverbandes „Freelens“. Seine Aufforderung an uns Bildschaffende: „Wenn Fotografen schon selbst bezahlen, dann verlegt doch Eure Bücher selbst!“.

Als gute und faire Möglichkeit der Finanzierung von Buchprojekten ist heute Crowdfunding eine mögliche Alternative. Plattformen wie Indiegogo und andere bieten unterschiedliche Ansätze, für Buchprojekte zu werben und Unterstützer zu finden. Zeichnen genügend Interessenten ihre Bereitschaft, ein Buch zu kaufen, kann die Finanzierung darüber sozusagen vorab gesichert werden. Für 4.000 bis 7.000 Euro (je nach Qualität, Auflage und Ausstattung) kann man heutzutage schon ein sehr schönes Buch in nennenswerter Stückzahl produzieren. Zum Glück gehen Fotografen heute immer öfter diesen Weg.

Einer von Ihnen ist mein Kollege David Klammer. Der renommierte Fotojournalist hat derzeit bei Indiegogo eine Kampagne für sein Buch „Good Morning Auroville“ laufen.

Thema des Buches ist eine utopische Stadt in Indien, eine Gründung der 60er Jahre, die in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen feiert. David war mehrfach für viele Wochen vor Ort und hat den Spirit dieses Ortes aus unterschiedlichen inhaltlichen, thematischen und fotografischen Ansätzen heraus eingefangen. Sein bildgewalitges Werk nähert sich dem Ort und dem Phänomen über die Menschen und ihre Geschichte(n), über die Architektur und nicht zuletzt über Interviews und erhellende essayistische Texte, die den konkreten Ort und das Thema „Utopie“ näher beleuchten.

Ein ausführliches Interview zum Projekt findet Ihr bei Ben Hammer.

Ich habe den Buch-Dummy in mehreren Fassungen vorab in den Händen halten können und möchte meinen Lesern dieses Projekt sehr empfehlen. Der Dummy hat bereits einige Auszeichnungen gewonnen und war auf verschiedenen Festivals in der Shortlist vertreten.

Ich finde es wichtig und richtig, coole Fotoprojekte zu unterstützen. Schaut doch mal bei Indiegogo vorbei – und bildet Euch eine eigene Meinung! :

Das Buchprojekt „Good Morning Auroville“ steht kurz vor der Finanzierung bei Indiegogo

 

 

 

 

 

Ach ja, kleiner Nachtrag: Dieser Beitrag ist zwar am 1. April erschienen – aber er ist durch und durch seriös! 🙂