Als ich mit Fujifilm noch rein privat und mit XE-1 und XE-2 unterwegs war, hatte ich ausschließlich Festbrennweiten – das war meine selbstauferlegte Regel für das freie Fotografieren außerhalb professioneller und kommerzieller Zusammenhänge: keine Zooms, kleine Linsen, immer nur eine oder zwei Objektive zum Wechseln dabei. So ganz handwerklich und klassisch, wie es die alten Meister der Sucherkamerafotografie eben auch gehandhabt haben. Die fünf Festbrennweiten, die ich habe, fand und finde ich allesamt klasse. Der gute Ruf von Fujifilm auch bezüglich der Linsen besteht zu Recht, ich habe alle Objektive immer frei Schnauze benutzt, die Blende aufgemacht und so fotografiert, wie es das jeweilige Motiv eben verlangte. Wenn die Kamera und der AF mitgemacht haben, war das Ergebnis immer sehr gut, schöne Schärfen und und schöne Unschärfen.

Mit meinem Entschluss, die Fujifilm X-Pro2 auch in der professionellen Fotografie einzusetzen, änderte sich die Lage etwas. Hier erschien es mir nun nicht mehr zielführend, ausschließlich mit Festbrennweiten zu fotografieren, das schnelle und flexible Zoomobjektiv ist zumindest in den meisten Fällen das Mittel der Wahl. Also kamen das 10-24/4.0, das 16-55/2.8 und später auch das 50-140/2.8 ins Haus und bevölkerten meinen Fotokoffer bei Auftragsproduktionen. Damit war es natürlich auch vorbei mit den kleinen, handlichen Festbrennweiten: so ein 16-55 ist ein ganz schöner Klopper, auch wenn der Gewichts- und Volumenvorteil gegenüber einem entsprechenden KB-Zoomobjektiv trotzdem gewahrt bleibt.

Mit den Zooms kamen aber auch Objektive, die über den Antrieb der neuesten Generation verfügten: blitzschnell – speziell im Zusammenspiel mit der X-Pro2 – praktisch lautlos und immer auf den Punkt. Das kannte ich von den Festbrennweiten vorher nicht: da waren die Motoren noch deutlich zu hören, alles wirkte etwas behäbiger und mechanischer. Die drei Zoom-Objektive waren da auf einmal eine ganz andere Klasse, und sie machten richtig Spaß.

Ich bin kein Pixelpeeper und mir liegen langwierige Objektivtests fern. Deshalb habe ich die drei Objektive nach einigen Testschüssen mehr oder weniger unbesehen sofort eingesetzt. Die Ergebnisse entsprachen dem guten Eindruck aus Haptik und Motorik: scharfe Bilder, auch bei Offenblende, bis in die Seitenbereiche. Selbst der Weitwinkel (der mit seiner Blende 4.0 zugegebenermaßen gegenüber meinem bisherigen UWW mit 2.8 einen Vorteil hat) machte in allen Lebenslagen einen excellenten Eindruck. Der gute Ruf der Fujifilm-Objektive bestätigte sich also auch bei den Zooms, für mich sind das allesamt erstklassige Produkte, die auf sehr hohem Niveau einen super Job machen.

Ich muss zugeben, für diesen Beitrag habe ich am heutigen gemütlichen Pfingstsonntag dann doch so etwas ähnliches wie einen Pixelpeeper-Test gemacht. Meine bewährte Mickey Mouse musste als Testsubjekt herhalten. Und damit es nicht zu öde wird, habe ich mir vorher ein Stück Apfelkuchen besorgt und mir einen leckeren russischen Earl Grey gekocht. So lasse ich es mir gefallen!

Objektivtest_Fujifilm_Christian-Ahrens_AHC4758

 

Dann habe ich mich gemütlich aufs Sofa gefläzt und mit jeden Zoom bei jeweils drei Zoom-Einstellungen (minimale, mittlere und maximale Brennweite) immer zwei Bilder gemacht: einen AF-Punkt maximal links und einen maximal rechts. Dann abgedrückt. Nur einmal natürlich, das Bild muss schon sitzen…. Und nach den 18 Fotos habe ich mir die dann bei 100 Prozent angeschaut. Vermutlich sorge ich jetzt nicht für die Sensationsüberraschung, wenn ich meinen streng wissenschaftlichen Test dahingehend auswerte, dass alle Fotos nicht nur scharf fokussiert sind, sondern auch erstklassig scharf abbilden. Auch bei 100 Prozent. Auch ohne Nachschärfen. Einfach so.

Nichts besonderes eigentlich, dieses Ergebnis erwartet man von aktuellen Top-Produkten zu Recht. Bei den Objektiven meiner Spiegelreflex ist das nicht anders, vielleicht mit der Einschränkung, dass der UWW-Zoom am Rand deutlich stärker nachlässt. Aber, wie gesagt, eben bei Blende 2.8. Hier könnte Fujifilm bei Gelegenheit ja mal einen Pendant auf den Markt bringen, ich vergleiche dann gern.

Was ich aber bemerkenswert finde: ich habe trotzdem mehr scharfe Bilder als früher in meiner Ausbeute! So schnell der AF der Spiegelreflex auch ist, so passiert es unter bestimmten Umständen trotzdem immer wieder, dass die AF-Messpunkte einfach nix finden und der Fokus hilflos herumirrt. Zum Beispiel, wenn wir on location Szenen fotografieren, die überwiegend von unserem Blitzlicht gestaltet werden und unsere Darsteller im Halbdunkel bei schwachen Kontrasten  anvisiert werden. Dann müssen wir oft eine Taschenlampe oder ein LED-Licht nehmen, damit die Spiegelreflex den Fokus findet. Anders bei der Fujifilm X-Pro2 im Zusammenspiel mit den hier genannten Zooms: Die Kamera findet unter praktisch allen Bedingungen noch irgendeine Kante und macht die Schärfe klar. Das ist ein Phänomen, oder wie meine Kollegin Silvia überrascht sagte: „Verdammt, die Bilder sind ja einfach IMMER scharf!“.

Das sind sie wirklich fast immer, und die sehr guten Optiken haben im Zusammenspiel mit den präzisen Antrieben der Zooms und der auf Sensorebene gemessenen Schärfe sicherlich einen gewichtigen Anteil daran – aber wie auch immer dieses Ergebnis möglich ist: ich kann es nutzen und habe weniger Nerverei in schwierigen Aufnahmesituationen.

Und noch etwas: die Fujinon-Zooms sind gut fürs Gehirn! Wirklich! Ich musste mich daran gewöhnen, den Zoom-Ring anders als gewohnt zu drehen… Glaubt man den Neurowissenschaftlern, fördert das die Vernetzung. Und das wiederum ist gut für alles! 🙂

Also, nochmal zusammenfassend: die drei hier genannten Zooms kann ich aus vollem Herzen empfehlen: sie sind wertig gebaut, präzise und schnell und bieten eine excellente Abbildungsleistung, die mindestens auf Augenhöhe mit den besten Objektiven des Marktes ist. Dank APS-C sind sie zudem alle ein bißchen filigraner und leichter als die jeweiligen KB-Pendants, zumindest bei den Paaren, bei denen ein Vergleich derzeit möglich ist. Beim Standardzoom treten 670 (Fujifilm) gegen 817 Gramm (Canon) an und  beim langen Rohr ist das Verhältnis sogar 1001 zu 1490 Gramm. Die Bilder sind scharf, präzise und haben schöne Unschärfen. Mehr muss ich nicht wissen. Ich ziehe auch beim nächsten Job gerne wieder damit los.

P.S.: Ach ja, und ein Problem haben mir die Zooms auch noch eingebrockt: ich will den wunderbaren lautlosen und schnellen Antrieb auch bei den Festbrennweiten haben! Ich bin versaut!

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